Maitake für ein vitales Immunsystem

Maitake: viele Namen für einen Pilz

Viele Menschen halten den Maitake für einen typisch asiatischen Vitalpilz. Dabei ist er unter dem Namen „Klapperschwamm“ auch in europäischen Wäldern anzutreffen. Besser gesagt: Früher wuchs der Pilz auch bei uns, heute ist der Klapperschwamm in unseren Wäldern seltener geworden.

Der japanische Name weist auf seine historische Bedeutung hin: Maitake heißt übersetzt „tanzender Pilz“. Der Name Maitake soll angeblich ein Hinweis auf die Freudentänze der erfolgreichen Pilzsammler sein, wenn sie einen der begehrten Pilze gefunden hatten. Schließlich waren Maitake-Pilze nicht nur leckere Speisepilze, sondern sie wurden schon vor 1000 Jahren auch wegen ihrer stärkenden und heilenden Kräfte gesucht. Bis ins Mittelalter galten Pilze wie Kräuter auch im europäischen Raum als traditionelle Heilmittel. Sicher ist: wer heute einen Klapperschwamm findet, hat immer noch allen Grund zur Freude. Der leckere Pilzkörper kann mehrere Kilo schwer werden – das sollte für mindestens eine Mahlzeit reichen!

Es gibt noch weitere Bezeichnungen für den Maitake-Pilz oder Klapperschwamm. Sie suchen wissenschaftliche Veröffentlichungen über Maitake, zum Beispiel in der medizinischen Fachpresse? Dort wird unter dem lateinischen Namen „Grifola frondosa“ über die Maitake-Wirkung publiziert.

Maitake, Grifola Frondosa, der tanzende Pilz
Maitake soll Freudentänze ausgelöst haben

Wo und wie wächst Maitake?

Maitake wächst auch in heimischen Wäldern
Maitake wächst auch in heimischen Wäldern

Unsere Groß- oder Urgroßeltern konnten keine Maitake kaufen. Sie suchten den äußerst schmackhaften Speisepilz noch in Laubwäldern, wo er auf kranken und abgestorbenen Eichen, Linden oder Buchen wächst. Biologisch betrachtet ist Grifola frondosa ein Schwächeparasit und Folgezersetzer, der an kranken oder altersschwachen Bäumen Weißfäule verursacht. Ein Baumpilz also, der praktischerweise jedes Jahr wieder an „seinem“ Baum wachsen kann! Heute brauchen Pilzsammler eine gehörige Portion Glück, um den selten gewordenen Klapperschwamm zu entdecken. Das ist kein Wunder: Maitake benötigt intakte Laubwälder. Dazu gehören alte Bäume, die im Wald verrotten dürfen. So etwas sieht man kaum noch.

Pilzsammler wissen, dass der Klapperschwamm meistens erst im September zu finden ist, wenn die Temperaturen nicht mehr so sommerlich sind. Man sollte sich vor Ort allerdings erkundigen, ob es erlaubt ist, den seltenen Grifola frondosa zu sammeln – ihn Kärnten steht er beispielsweise unter Schutz. Angeblich wurde im Jahr 2018 in Ribnitz-Damgarten ein 20kg schwerer Klapperschwamm gefunden! Ob die anschließende Maitake-Mahlzeit gut war, ist allerdings nicht überliefert; angeblich können ältere Pilze eine eher zähe Angelegenheit sein.

Wie sieht der Klapperschwamm aus?

Anders als zum Beispiel Fliegenpilze oder Steinpilze besteht der Fruchtkörper von Maitake aus vielen Einzelhüten, die wie Fächer oder Büschel aus einem Stiel herauswachsen. Wenn sich die einzelnen Hüte im Wind bewegen, kann ein Rascheln zu hören sein, das für seinen deutschen Namen gesorgt hat: Klapperschwamm. Der lateinische Name Grifola frondosa ist dagegen vom Vogel Greif abgeleitet, an den die Pilz-Hüte angeblich erinnern. Diese überlappenden Fruchtkörper des Maitake sind eine perfekte Tarnung; der graubraune Pilz ist schwer vom trockenen Blattwerk am Waldboden zu unterscheiden.
Optisch ist der Klapperschwamm dem Eichhasen (Polyporus) ähnlich.

Maitake sieht dem Polyporus ähnlich

Wirkung von Maitake

In Asien wird die Maitake-Wirkung schon seit etwa 3.000 Jahren geschätzt. Deshalb hat sich wohl auch der japanische Name „Maitake“ weltweit durchgesetzt bei Menschen, die nach einer gesunden Nahrungsergänzung suchen.

Spannend für Mediziner und Ernährungswissenschaftler ist die Tatsache, wie viele wertvolle Inhaltsstoffe der Maitake-Pilz besitzt: Polysaccharide, Proteine, Nuklein- und Aminosäuren, Mineralien und Spurenelemente, Ergosterin, verschiedene Vitamine und Provitamine, Phenole und Flavonoide sind im Klapperschwamm enthalten. Die für den Konsumenten wichtigsten Inhaltsstoffe sind vermutlich die Beta-Glukane aus den Zellwänden des Fruchtkörpers und den Myzelien.

Vor allem ein Bestandteil von Maitake-Pilzen sorgt weltweit für das Interesse von Medizinern: die so genannte D-Fraktion soll für einige der erwünschten Maitake-Wirkungen verantwortlich sein. Ein Thema, mit dem sich mittlerweile internationale Wissenschaftler-Teams beschäftigen.

Wie die meisten Speisepilze enthält der Klapperschwamm viele Mikronährstoffe, aber fast kein Fett. Die enthaltenen Ballaststoffe wirken sättigend, so dass eine pilzreiche Ernährung gut zu einer fettarmen Kost passt. Zu den Maitake-Wirkungen sind auch heute noch viele Fragen offen: Hilft Maitake tatsächlich zur Vermeidung von Übergewicht? Und wenn ja, wie genau wirkt er auf den Fettstoffwechsel? Können regelmäßige Pilzmahlzeiten dabei helfen, Alterungsprozesse zu verlangsamen? Hilft der Pilz vorbeugend gegen die Entwicklung einer Zuckerkrankheit oder einer Fettleber? Stärkt Maitake die Knochen? Fragen, die heute niemand sicher beantworten kann. Ein Wundermittel zur Prävention oder gar zur erfolgreichen Bekämpfung aller modernen Volkskrankheiten ist der Pilz sicher nicht.

Bitte keine Therapie einfach absetzen

Es gibt leider immer wieder Patienten, die ihre Medikamente in Eigenregie absetzen und stattdessen auf eine heilsame Maitake-Wirkung setzen. Davor muss ich unbedingt warnen, egal bei welcher Krankheit! Besprechen Sie die Einnahme von Medikamenten und von Maitake bitte mit Ihrem Arzt!

Maitake kaufen

Seit den 1980er-Jahren wird der Klapperschwamm kultiviert, seitdem ist das Maitake Kaufen leichter geworden. Frische Exemplare werden allerdings nur sehr selten auf Wochenmärkten angeboten. Normalerweise werden die Pilze nach der Ernte getrocknet. Ganze getrocknete Maitake-Pilze kauft man in gut sortierten Bioläden oder Reformhäusern. Wenn Sie selbst Pilze züchten wollen, gibt es Angebote.
Meistens werden Kapseln angeboten, die Maitake-Pulver oder -Extrakt enthalten. Das Pulver entsteht durch das Mahlen des getrockneten Pilzes, wobei allerdings auch Verschmutzungen oder Substratreste mit vermahlen werden können. Auf jeden Fall enthält Maitake-Pulver auch Chitin. Pilze brauchen Chitin für stabile Zellwände. Allerdings ist Chitin nicht gerade leicht verdaulich, sondern kann das menschliche Verdauungssystem stressen. Die Einnahme von Pulver kann es dem Körper schwer machen, alle Wirkstoffe aus dem Pilz aufzunehmen, um die volle Maitake-Wirkung zu gewährleisten.

Um ein Extrakt herzustellen, löst man mit Alkohol und heißem Wasser fettlösliche und wasserlösliche Wirkstoffe aus den Zellen heraus. Erfahrungsgemäß sind Maitake-Extrakte besser resorbierbar als Pilz-Pulver.

Sie möchten Maitake kaufen? Dann sollten Sie auch darauf achten, dass jede Charge der Kapseln in einem unabhängigen Labor geprüft wird. Die Maitake-Pilze sollten frei von Pestiziden sein, in Bio-Qualität angebaut und nach der Ernte möglichst bald verarbeitet

Kochen mit Maitake

Auch in Deutschland gibt es Restaurants, die Gerichte mit Maitake anbieten. Auch für Hobbyköche ist das Zubereiten kein Problem. Fast schon legendär kann ein einfaches Pilzrisotto mit Weißwein, Kräutern und Klapperschwamm schmecken. Veganer kombinieren den Pilz zum Beispiel mit Polenta und Rosmarinöl plus Rucola-Salat. Selbst ein schlichter Auflauf aus Kartoffeln, Käse und Maitake ist ein Genuss!

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