Lebensmittelintoleranzen, was bedeutet das ?

Täglich kommen Menschen in meine Praxis, deren Beschwerden irgendwie mit dem zu tun haben, was sie täglich essen und trinken. Manchmal sind die Symptome von Nahrungsmittelunverträglichkeiten sofort erkennbar, in anderen Fällen suchen wir lange nach der Ursache. Die verschiedensten Lebensmittel können Intoleranzen auslösen, Menschen jeden Alters sind betroffen. Eine Lebensmittelunverträglichkeit kann das Leben stark verändern. Essen und Trinken ist bekanntlich nicht nur lebensnotwendig, sondern sorgt auch für Genuss und Wohlbefinden. Deshalb leiden Körper und Seele, wenn gern verspeiste Nahrungsmittel Beschwerden auslösen. Wenn die Auslöser identifiziert sind, führt eine Ernährungsumstellung – das ist die gute Nachricht – zu Beschwerdefreiheit.

Nahrungsmittelunverträglichkeit Kaffee
Auch Kaffee kann unverträglich sein

Lebensmittelallergie oder Lebensmittelunverträglichkeit?

Bei einer Lebensmittelallergie liegt eine Fehlreaktion des Immunsystems vor: Es reagiert auf eigentlich harmlose Stoffe, die mit der Nahrung aufgenommen werden. Diese übersteigerte Abwehr-Reaktion kann bis zum allergischen Schock reichen, der lebensbedrohlich sein kann. Durch einen Allergietest kann man feststellen, ob eine allergische Reaktion besteht oder nicht.

Eine Lebensmittelunverträglichkeit ist dagegen oft schwerer festzustellen. Die Probleme zeigen sich nicht unbedingt sofort, sondern treten eher als chronische Befindlichkeitsstörungen auf.

Beschwerden bei Lebensmittelunverträglichkeit

Typische Beschwerden betreffen den Bauch: Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit und Durchfall oder Verstopfung. Aber auch andere Symptome können bei Lebensmittelintoleranzen auftreten, zum Beispiel Kopfschmerzen, eine laufende Nase oder Quaddeln oder chronische Ekzeme.

Die Ursachen sind vielfältig. Häufig ist ein Mangel an körpereigenen Enzymen, die zur Verdauung genau dieses Lebensmittels benötigt werden. Auch ein chronisch entzündeter Darm kann dafür sorgen, dass bestimmte Nahrungsmittel im Lauf der Zeit immer weniger gut vertragen werden.

Dr. Kappl: Mein Tipp bei Durchfall
Chronischer Durchfall ist nicht harmlos. Es droht die Entwicklung eines Reizdarmsyndroms. Mit der aus dem Darm ausgeschiedenen Flüssigkeit verliert man auch wichtige Mineralien und Spurenelemente. Nehmen Sie Durchfall deshalb ernst und vertrauen Sie sich einem Arzt an.
Histaminunverträglichkeit
Histaminunverträglichkeiten kommen häufig vor

Typische Lebensmittelintoleranzen

Weit verbreitet sind in Europa Lactoseintoleranz, Histaminunverträglichkeit und Glutensensitivität. Seit einigen Jahren wird eine Unverträglichkeit von kurzkettigen Kohlhydratverbindungen und Zuckeralkoholen als FODMAP-Hypersensitivität bezeichnet. Daneben gibt es zahlreiche Menschen mit Lebensmittelintoleranzen gegenüber einzelnen Nahrungsmitteln wie Möhren oder Kaffee, Nüssen oder Weizen.

Ernährungstagebuch und Ernährungsumstellung

Wenn man den Verdacht hat, dass der Verzehr eines bestimmten Lebensmittels Beschwerden verursacht, kann man einen einfachen Test auf Lebensmittelintoleranz durchführen: Das verdächtigte Lebensmittel wird eine Zeitlang nicht mehr verzehrt. Verschwinden die Beschwerden? Dann handelt es sich vermutlich tatsächlich um diese Lebensmittelunverträglichkeit.

Wenn zu viele Auslöser in Frage kommen, ist ein anderer Weg vernünftig: Man isst anfangs nur ein einziges verträgliches Nahrungsmittel. In meiner Praxis zeigt zum Beispiel die Kinesiologie häufig an, dass Kartoffeln, Reis und Fleisch von Bio Geflügel vertragen werden. Ein paar Tage lang werden nur diese verträglichen Lebensmittel verzehrt. Wenn man sie verträgt, ohne Symptome zu bekommen, kommt ein fraglich verträgliches Nahrungsmittel hinzu, etwa Eier oder eine Gemüsesorte. So kann man Schritt für Schritt im Ernährungstagebuch festhalten, was vertragen wurde und was nicht.

Dr. Kappl: Mein Tipp bei Lebensmittelunverträglichkeiten
Vorsicht bei Junkfood, Kantinenessen und Fertigprodukten! Wer selbst mit frischen Zutaten kocht, weiß, woraus sein Essen besteht. Fertigprodukte erleichtern zwar die Arbeit, haben aber echte Nachteile bei Lebensmittelintoleranzen. Was genau steckt im Convenience-Food? Emulgatoren, Stabilisatoren, Geschmacksverstärker, Farb- und Konservierungsstoffe sind zwar als Lebensmittelzusatzstoffe geprüft und zugelassen, aber nicht jeder Mensch verträgt alles, was in der Lebensmittelherstellung erlaubt ist.

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